Lesedauer: 8 Minuten
Dieser Blogbeitrag zeigt Ihnen, wie Sie die Ergebnisse Ihrer Mikronährstoff-Genetik Analyse lesen und diese im Alltag anwenden, wo Sie die wichtigsten Informationen finden und welche Antworten auf häufig gestellte Fragen zu beachten sind, um gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin eine optimale Mikronährstoffversorgung zu gewährleisten.
Durch eine Analyse von mehr als 30 relevanten Genvariationen erkennen wir, wie Ihr Mikronährstoffhaushalt reguliert wird. Unsere Genetik beeinflusst nämlich, wie wir Nährstoffe aufnehmen, verarbeiten und nutzen. Sie hat somit direkten Einfluss auf unseren individuellen Bedarf an wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Kennt man seine individuellen Bedürfnisse, können diese gezielt unterstützt werden.
Die Genetik ist dabei mit dem Motor eines Autos zu vergleichen – bevor man tankt, sollte man wissen, welchen Treibstoff man benötigt! Unterschiede in der genetischen Veranlagung führen nämlich dazu, dass jeder Körper anders mit bestimmten Mikronährstoffen interagiert. So können zum Beispiel bestimmte Gene die Umwandlung von Nährstoffen, wie Folsäure und Coenzym Q10, in ihre aktive Form verhindern, was diese wirkungslos macht. In anderen Fällen können bestimmte Genvariationen beispielsweise dazu führen, dass für gewöhnlich gesunde Stoffe, wie Eisen und Omega-3-Fettsäuren, sogar nachteilig sind oder gewisse gesundheitliche Prozesse bei einer Standard-Zufuhr von bestimmten Mikronährstoffen nicht so funktionieren, wie wir es uns wünschen würden (z.B. Antioxidantien bei einer Veranlagung zu erhöhtem oxidativen Stress). Kennt man also seine genetische Veranlagung, kann man seine Ernährung ganz gezielt daran anpassen.
Ihre Ergebnisse wurden dazu in folgende Kapitel unterteilt:
Jedes Kapitel wird im Bericht einzeln aufgelistet. Die Ergebnisse sind dabei in zwei Bereiche unterteilt:
📌 WICHTIGER HINWEIS: Auf der letzten Seite Ihres Befundes finden Sie einen QR-Code, der Sie zu einem umfangreichen E-Book mit hilfreichen Erklärungen zu jedem der analysierten Kapitel führt und Sie bei der praktischen Anwendung der ermittelten Handlungsempfehlungen unterstützt.
Das Wissen über Ihre genetische Veranlagung ist ein wichtiger erster Schritt, um Ihre Gesundheit optimal und ganz gezielt zu fördern. Doch wirklich ausschlaggebend ist, wie Sie dieses Wissen nutzen und dieses in die Tat umsetzen. Wir möchten Sie dabei unterstützen. Deswegen bieten wir Ihnen hier einige wissenschaftlich fundierte Tipps dazu, wie Sie Ihren individuellen genetischen Schwächen entgegensteuern können.
Calcium ist essenziell für starke Knochen und den Schutz vor Osteoporose. Genetische Variationen, speziell im LCT-Gen, können zu einer reduzierten Aufnahme über die Nahrung führen und die Knochengesundheit gefährden.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Eisen ist ein wichtiges Spurenelement, das Bestandteil von Hämoglobin und Myoglobin ist und auf diese Weise zur Blutgesundheit beiträgt. Eine zu starke Eisenaufnahme, was u.a. von bestimmten HFE-Genvariationen begünstigt wird, kann jedoch die Organe schädigen und zu schwerwiegenden Langzeitschäden führen.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Achtung: Die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C oder der Konsum saurer Fruchtsäfte erhöht die Aufnahme von Eisen zusätzlich.
Das GPX1-Gen spielt eine wichtige Rolle dabei, schädliche freie Radikale im Körper zu neutralisieren, aber benötigt dafür genug Selen. Bestimmte genetische Variationen können allerdings die Bindung von Selen beeinträchtigen, wodurch der Schutz vor diesen Radikalen verringert wird.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Omega-3-Fettsäuren können die Herzgesundheit fördern, indem sie (bei förderlicher Veranlagung) die guten HDL-Cholesterinwerte verbessern. Ihre Wirkung auf die Herzgesundheit wird jedoch durch eine bestimmte Variation im APOA1-Gen beeinflusst. Bei einer genetischen Schwäche bleibt die Verbesserung der HDL-Cholesterinwerte aus.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Salz ist für den Körper essenziell, aber zu viel davon kann den Blutdruck erhöhen, besonders bei entsprechender genetischer Veranlagung, weshalb eine Reduzierung der Salzaufnahme oft empfohlen wird.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Eine reduzierte Salzaufnahme ist für Sie empfehlenswert. Dabei ist es ratsam besonders den Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln, Fast Food, Brot, Wurstwaren und salzigen Snacks zu meiden.
Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Cadmium, die wir täglich aufnehmen, werden normalerweise von bestimmten Entgiftungsgenen unschädlich gemacht. Funktionieren diese Gene jedoch nicht optimal, kann dies zu einer eingeschränkten Neutralisierung der Schwermetalle führen und die Gesundheit gefährden.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Bei der Energieumwandlung im Körper entstehen schädliche freie Radikale, die Zellen zerstören und den Alterungsprozess beschleunigen können. Der Körper kann diese normalerweise neutralisieren, doch bestimmte Genvariationen können diesen Schutzmechanismus beeinträchtigen und so zu erhöhtem oxidativen Stress führen.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Cholesterin ist ein essentielles Blutfett, das für den Körper lebenswichtig ist und in „gutes“ (HDL) sowie „schlechtes“ (LDL) unterteilt wird. Es wird vom Körper produziert und über die Nahrung aufgenommen, wobei zu hohe Werte gesundheitsschädlich sein können. Die Regulierung des Cholesterinspiegels ist genetisch beeinflusst, sodass manche Menschen eine Veranlagung zu erhöhten Werten haben.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Homocystein, ein beim Eiweißabbau entstehendes Zellgift, muss für die Gesundheit zügig abgebaut werden. In diesem Prozess ist Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure ganz entscheidend. Genetische Variationen im MTHFR-Gen können diesen Abbau beeinträchtigen und zu erhöhten Homocysteinwerten im Blut führen.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Triglyceride sind wichtige Blutfette und dienen dem Körper als Energiespeicher. Eine übermäßige Aufnahme von Nahrungsfetten oder bestimmte genetische Variationen können jedoch zu hohen Triglyceridwerten führen, was die Herzgesundheit beeinträchtigen kann.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Coenzym Q10 ist ein starkes Antioxidans, das aus der Nahrung aufgenommen wird und den Körper vor schädlichen freien Radikalen schützt. Für seine Wirksamkeit muss es jedoch im Körper in seine aktive Form umgewandelt werden – ein Prozess, der vom NQO1-Gen abhängt.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Kaffee ist reich an Antioxidantien, die unsere Zellen schützen können, enthält aber auch Koffein, dessen Abbau durch eine genetische Variation im CYP1A2-Gen beeinflusst wird und somit die Gesundheit beeinträchtigen kann.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Vitamin D, das durch Sonnenlicht produziert oder über die Nahrung aufgenommen wird, ist essentiell für gesunde Knochen, da es die Kalziumaufnahme steuert. Es muss jedoch in eine aktive Form umgewandelt werden und an sogenannte Vitamin D Rezeptoren binden, um wirken zu können. Genetische Variationen im VDR-Gen können diese Wirksamkeit beeinflussen, indem sie die Fähigkeit von Vitamin D, an seinen Rezeptor in den Körperzellen zu binden, verändern.
Handlungsempfehlungen bei ineffektiven Genen:
Neben der Auswertung Ihrer genetischen Veranlagung (wie oben dargestellt) umfasst, die Mikronährstoffgenetik-Analyse auch die Berechnung Ihres individuellen Bedarfs an wichtigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Dieser Bedarf wird in einem separaten Bericht abgebildet und sollte Ihnen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ebenfalls bereits überreicht worden sein.
Um diesen individuellen Bedarf an Mikronährstoffen optimal zu decken, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, eine personalisierte Mikronährstoffmischung zu bestellen. Diese maßgeschneiderte Nahrungsergänzung enthält somit eine exakte Dosierung all jener Mikronährstoffe, die Ihr Körper benötigt, um sich optimal zu fühlen.
📌 WICHTIGER HINWEIS: Auch hier finden Sie einen QR-Code auf der letzten Seite des Befundes, der Sie zu einem umfangreichen E-Book mit hilfreichen Zusatzinformationen sowie zahlreichen Rezeptideen zu jedem Nährstoff führt.
Gerne möchten wir Sie zusätzlich mit folgenden Tipps zur alltäglichen Umsetzung Ihrer Handlungsempfehlungen unterstützen:
Die Ergebnisse Ihrer DNA-Analyse sind ein wertvoller Ausgangspunkt, doch sie ersetzen keine ärztliche Beratung. Sie beleuchten Ihre individuelle Veranlagung, sind aber keineswegs als Diagnose zu betrachten. Wie stark sich eine genetische Schwäche tatsächlich auf Ihre Gesundheit auswirkt, hängt von vielen weiteren Faktoren ab, wie Ihrem Lebensstil, Ihrer Ernährung oder bestehenden Erkrankungen.
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin hilft Ihnen dabei:
Prinzipiell verändert sich Ihre genetische Veranlagung nicht, jedoch schreitet die Wissenschaft rasend schnell voran und fast jeden Tag machen wir neue Erkenntnisse, die uns noch genauere Aussagen ermöglichen. Es werden immer wieder neue Gene entdeckt, es werden neue Auswirkungen von bereits bekannten Genen identifiziert und die Handlungsempfehlungen, die bei bestimmten genetischen Profilen bestehen, können sich ebenfalls mit der Zeit verändern und verbessern. Seit Entwicklung unseres ersten Produktes haben wir bereits über 400 Verbesserungen in die Programme integriert, um sicher zu gehen, dass das Produkt immer am neuesten Stand der Wissenschaft sowie möglichst anwenderfreundlich bleibt. Das bedeutet, obwohl Ihr genetisches Ergebnis das ganze Leben gleich bleibt, kann sich die Interpretation mit neuer Wissenschaft weiterhin verbessern. Außerdem können Sie den Einfluss ihrer genetischen Veranlagung auf Ihre Gesundheit über einen angepassten Lebensstil steuern. So können u.U. bestehende genetische Variationen durch den gewählten Lebensstil (wie z.B. die Ernährung oder sportliche Aktivität) lauter oder leiser gedreht werden – diesen Bereich der Forschung bezeichnet man als „Epigenetik“. Auch kann man durch konkrete Handlungen gewissen Genvariationen proaktiv entgegen wirken, um genetisch bestehende Gesundheitsrisiken bestmöglich zu vermeiden. Sie können das Wissen über Ihre genetische Veranlagung also nutzen, um die Erhaltung Ihrer Gesundheit gezielt zu unterstützen.
Nach heutigem Stand der Wissenschaft ist es noch nicht möglich bzw. erlaubt, in die Gene eines Menschen einzugreifen und Defekte zu korrigieren. Wir können jedoch schon heute das Wissen über bestehende Gendefekte nutzen, um Vorsorgemaßnahmen und Lebensstilanpassungen gezielt darauf abzustimmen und die Auswirkungen dieser Defekte zu mildern bzw. neutralisieren.
Während die Blutwerte ein sehr gutes Bild des aktuellen Gesundheitszustandes zeichnen, helfen DNA-Analysen dabei, genetisch bedingte Schwächen zu erkennen und bestimmte Risikofaktoren möglichst früh zu adressieren. Hier ein Beispiel, das zeigt, wieso Blut- und DNA-Analysen am besten zusammen eingesetzt werden, um ein ganzheitliches Bild des Nährstoffbedarfs zu ermitteln:
Vitamin-D spielt eine entscheidende Rolle bei der Kalziumregulation im Blut und beim Knochenaufbau. Ein Mangel kann zu Rachitis, Osteoporose und Krebs führen. Das Gute ist, dass der Körper selbst Vitamin-D produzieren kann. Für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin-D ist allerdings eine angemessene Sonnen- bzw. UVB-Bestrahlung oder eine förderliche Ernährung notwendig. In der Nahrung ist Vitamin D unter anderem in Fettfischen (beispielsweise Lachs, Thunfisch, Makrele) oder auch in Milch vorhanden. Sollte zu wenig Vitamin D produziert werden, so ist eine zusätzliche Supplementierung möglich bzw. notwendig. Eine ausreichende Versorgung an Vitamin-D ist also wichtig für die langfristige Gesundheit. Wie lässt sich nun aber der individuelle Bedarf ermitteln?
Der übliche Weg ist über eine Blutabnahme – aber Achtung! Misst man bei einer Blutabnahme den Vitamin-D Gehalt, so kann dieser im empfohlenen Normalbereich liegen und dennoch ein „funktioneller“ Mangel vorliegen. Der Grund liegt darin, dass für die Aufnahme von Vitamin-D sogenannte Vitamin-D-Rezeptoren notwendig sind. Diese Rezeptoren haben zwei Greifarme mit denen Vitamin D erfasst wird und so der Zelle präsentiert wird. Verantwortlich für die Ausbildung dieser Rezeptoren ist das VDR Gen. Ist das VDR Gen “defekt”, so wird bei den Rezeptoren anstelle von zwei Greifarmen nur ein Greifarm ausgebildet und das Vitamin kann schlechter von den Zellen erkannt und verwendet werden. Laut Blutbild wäre die Versorgung also u.U. normal, aber auf zellulärer Ebene könnte dennoch ein Mangel entstehen. Studien haben gezeigt, dass in solchen Fällen eine deutliche Erhöhung der Vitamin D Versorgung (über den „Normalbereich“ hinaus) die eingeschränkte Funktion der Vitamin-D-Rezeptoren ausgleichen und einen funktionellen Mangel somit vermeiden kann (siehe Santos et al, 2012 und Zaki et al, 2017).
Sehr gerne steht Ihnen unser Team bei Fragen oder anderen Anliegen jederzeit zur Verfügung. Zögern Sie also bitte nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen – Sie erreichen uns telefonisch unter +43 6225 24822 oder per E-Mail an team@novomedic.com.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Umsetzen der genetischen Erkenntnisse und verbleiben mit ganz lieben Grüßen. Bleiben Sie gesund!
Ihr Team von NovoMedic